Was ist ein DJ?
Was ist ein DJ?

... vom englischen "Disc Jockey" ins deutsche "Diskjockey" gewandelt, war es in der Vor-CD-Ära ein in Funk und Fernsehen sowie in Diskotheken arbeitender Ansager, Kommentator und Vorführer ausschließlich von Schallplatten. Heute akzeptiert man nicht nur üblicherweise die Musikwiedergabe von der "Tonkonserve" CD (Compact Disc), sondern sogar von Daten (z.B. mp3). Mitunter hantiert ein DJ nur noch teilweise mit "Scheiben" oder "Platten" und lässt den technischen Fortschritt in Form eines Computers walten.

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Einiges zur deutsch/deutschen Geschichte

Vor der Wiedervereinigung Deutschlands gab es offiziell nicht nur unterschiedliche Bezeichnungen sondern auch unterschiedliche Arten, wie man Diskomoderator/Schallplattenunterhalter (DDR) bzw. Diskjockey (BRD) werden konnte. Im ehemaligen Ostdeutschland wurden sehr hohe Anforderungen - nicht nur politischer Art - gestellt, bis man überhaupt offiziell den "Titel" Diskomoderator führen und damit Geld verdienen konnte. So heißt es z.B. im "Jugendlexikon Musik" des VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1983: " ...Wer sich durch eigene Anstrengungen grundlegende musikalische, rhetorische, kulturpolitische, technische und organisatorische Fähigkeiten und Kenntnisse eines Diskomoderators angeeignet hat, zum Beispiel durch Gestaltung von Diskotheken im eigenen FDJ-Kollektiv, bei Brigadefeiern oder Familienfesten, kann sich bei seinem zuständigen Stadt- oder Kreiskabinett für Kulturarbeit zum Lehrgang anmelden und die Staatliche Spielerlaubnis für Schallplattenunterhalter erwerben... - Mitschnittsendungen des Rundfunks sowie Verkaufseinrichtungen mit einem Diskoservice helfen ihm, seinen Aufgaben gerecht zu werden." Es gab damals in der DDR die Vorschrift, mindestens 60% der gespielten Musik müsse Musik aus den Ländern des "sozialistischen Weltsystems", also den ehemaligen Ostblockstaaten, sein. Die Obrigkeit begrüßte es sehr, wenn vorrangig Titel von DDR-Musikern und Bands gespielt wurden. - Nur nebenbei: So konnte sich eine eigenständige Musikkultur mit hohem Wiedererkennungsfaktor entwickeln. Und nahezu ausschließlich deutschsprachig. - Heutzutage scheint man sich auf die Förderung deutschsprachiger Musik wieder zu besinnen. Es sind sogar staatlich Regelungen im Gespräch; aber auch umstritten.

In der damaligen BRD ging es wesentlich "freier" zu. Es brachte Geld, was gefällt. Das Publikum war entscheidender Faktor für einen Diskjockey in der Diskothek. Die Musikproduktion war deutlich marktwirtschaftlicher als politisch orientiert. Demzufolge wurde die Musik nicht nur in den Diskotheken, sondern auch im Rundfunk und Fernsehen zunehmend international. Die Englische Sprache dominierte. Die Auswahl für die DJ's war schier unbegrenzt. Der technische Standard für DJ's in den kapitalistischen Ländern war dem im Osten stets überlegen und die Ton- und Lichttechnik war wesentlich preiswerter. So wissen wir aus eigener Erfahrung, dass einige unserer gestandenen DJ's noch mit Schallplatten und Magnetbandkassetten Veranstaltungen durchführten, während ihre Berufskollegen längst mit CDs hantierten.


Welche Arten DJ's gibt es?

Es wäre müßig alle Arten von DJ's aufzuzählen und zu beschreiben. Deshalb beziehen wir uns hier auf die für unsere Branche wichtigsten. TV-DJ's - bezeichnet die Gruppe DJ's, die sich auf TanzVeranstaltungen spezialisiert haben. Zumeist führen diese Kollegen ein recht umfangreiches Musikrepertoire an CDs oder auf einem Speichermedium (z.B. Laptop) mit. Von Walzer- bis Oldies-, Rock- bis Pop-, NDW-, Schlager- bis Stimmungsmusik. In der Regel kann ein gut ausgerüsteter DJ dieser größten Gruppe von "Alleinunterhaltern ohne Lifemusik" auch mit Titeln der aktuellen Charts dienen.
Das heißt derzeit auch "Hip Hop, Black Music, Metal, Neuer Deutscher Rock bis hin zu  Minimal , Electro" udgl.
Normalerweise zeichnet einen besonders engagierten TV-DJ auch die Kenntnis um Tanzarten (Standard, Latain usw.) aus. So kann er dann ohne größere Probleme neben Discofox mal Cha Cha, Samba, Slow Walz, Jive oder gar Tango, Rumba, Salsa, Mrenge auflegen. Typisch für einen guten TV-DJ ist auch seine vielseitige und teilweise witzige Moderation. Oft als Sonderleistung angeboten und speziell für Feste im familiären Rahmen nützlich, ist die Fähigkeit einer Reihe von DJ's, kleine animative Spiele mit und für die Gäste durchzuführen. Das Tüpfelchen aufs "i" setzen die Kollegen, welche sogar mit kleinen Showeinlagen das Publikum begeistern. Das grenzt nahezu an Entertainment, ist jedoch sehr selten. Solche Entertainment-DJ's werden zunehmend gebucht, da eine Showeinlage dieser Art oft das Zubuchen eines weiteren Künstlers erspart. Wobei es diesen meist nicht komplett ersetzen kann.

TV-DJ's (TanzVeranstaltungs-DJ) arbeiten meistens nebenberuflich. In der Regel führen sie eine eigene gute und angemessene Ton- und Lichtanlage mit sich und können diese gut bedienen. Je nach Fahrt und technischen sowie kulturellen Aufwand zahlt man derzeit für einen guten TV-DJ zwischen 300,- bis 450,-€ für den Abend.

Life-DJ's
- bezeichnet man die Gruppe DJ's, die sich auf Life-Performances spezialisierten und nicht selten in großen Discotheken, Clubs, Hallen und zu Events mit eigenen produzierten Titeln und teilweise mit anderen Künstlern (zumeist Sängern und Rappern)auftreten. Diese DJ's arbeiten in bestimmten Genres der, im weitesten Sinne, Pop-Musik (Liebe Profi-Kollegen, verzeiht diese globale Vereinfachung). Als da wären Techno, Trance, RNB, Wave, Dance-Floor mit all ihren Facetten und in all ihren Stilen. Selten werden verschiedene Richtungen bedient. Diese DJ arbeiten meist mit Vinyl (Schallplatten) sonst mit CD, ggf. Keyboard und moderieren eher selten bis gar nicht. Ein Großteil der Life-DJ's produziert in Studios selbst und konstruiert einen eigenen Sound. Ist dieser "gut" und engagiert sich ein Plattenlabel, hört man sie bald im Radio, im Internet und auf den CDs in den Regalen nicht nur der Insiderläden. Dann geht's schnell und die Kollegen TV-DJ's picken sich die besonders populären und tanzbaren Titel heraus und spielen diese auf ihren Veranstaltungen.
Life-DJ's führen in der Regel keine eigene Technik mit, haben aber spezielle Anforderungen. Die Gagen sind preislich extrem gefächert. Je nach Bekanntheitsgrad, Profession und Markwert, gibt es junge Talente ab Fahrtkosten bis Stars. Unsere Höchstpreise für Star-DJ's liegen bei 3.000,- bis 20.000,-€ für 2-4 Stunden Performance.

DJ/Alleinunterhalter - bezeichnet man die Gruppe DJ's, die nicht nur "Tonkonserven" auflegen sondern auch Life-Musik präsentieren. Dabei kann es z.B. sein, das es nur ein Instrument ist (z.B. Gitarre oder Trompete) und als kleine Showeinlage angeboten wird. Es gibt aber auch Kollegen die singen, spielen Gitarre oder Keyboard life im Wechsel mit, ohne oder zur CD. Bei diesen Kollegen ist oft das Musikrepertoire der aktuellen Charts nicht verfügbar. Und damit fehlen auch bestimmte Genres. Sie haben sich oft ausschließlich auf Tanzmusik spezialisiert (Oldies, Schlager, Stimmung u.ä.). Die moderativen und animativen (Spiele etc.) Fähigkeiten sind auch sehr unterschiedlich. Diese DJ's sind ein gelungener Kompromiss zur Lifeband, die entweder finanziell, logistisch oder musikalisch nicht ins Veranstaltungskonzept passt. Immer mit eigener guter Technik ausgerüstet, kosten diese ganz wenigen Kollegen nur wenig mehr als ihre TV-Kollegen (ab 350,- € pro Abend).

Als Hobby-DJ's bezeichnet man innerhalb der DJ-Branche eine Gruppe von Personen, die gelegentlich bis selten bei kleineren Anlässen oftmals mit einer gemieteten Tonanlage oder einer Tonwiedergabeanlage aus der Heimelektronik (Heim-Stereoanlage o.ä.) verschiedene CDs zur Unterhaltung auflegen. Meist besitzen diese Personen nicht den Umfang an musikalischem Repertoire. Mit oftmals weniger als 100 CDs ausgestattet, können sie nur einen erlesenen Kreis an Personen bedienen oder für eine Gesellschaft agieren. Oft setzen diese Kollegen einen Laptop ein, auf dem ein umfangreiches Titel-Archiv gespeichert und einsatzbereit ist. Doch die musikalische Mischung / die Auswahl der Titelfolge ist  eher zufällig als gezielt. Mitunter würde dann ggf. auch ein gezielt gewählter Radiosender ausreichen. Die Moderation ist selten geschult und die Animation fehlt oft gänzlich. Sie sind meist eine finanzielle Notlösung für Veranstalter und kosten 180,- € und weniger.


Was sollte man vor und beim Buchen eines DJ's beachten?

Erstes Indiz für einen guten DJ ist wie überall der Preis. Jedoch abhängig davon, ob man zufällig einen guten DJ persönlich kennt und dieser zu Sonderpreisen, wenn nicht gar kostenfrei, arbeitet. Zu berücksichtigen sind auch die technischen und kulturellen Anforderungen, die man als Auftraggeber an einen DJ hat. Gehen wir einmal von einer Familien- oder Firmenfeier bis ca. 100 Personen aus. Der DJ soll ab 19:00 spielbereit sein. (Das heißt, er hat seine Technik für Licht und Ton komplett installiert und könnte sofort anfangen zu spielen.) Der DJ soll bis voraussichtlich 02:00 zum Publikum passende Musik spielen und animativ moderieren. (Das heißt, er richtet sich ggf. nach den Musikwünschen der Gäste und moderiert häufig auf eine unterhaltsame Art.)

Gehen wir weiter davon aus, dieser DJ hat eine Anreise von 50-100 km und 50-100km Abreise. (Bei weiteren Strecken wird vom Auftraggeber oft eine Übernachtung angeboten.) Sollte bei diesem Aufwand für den DJ und den genannten Anforderungen ein Angebot von weniger als 300,- € (netto, zzgl. z.B. 50,- € Fahrtkostenpauschale) Endpreis stehen und es handelt sich um eine Veranstaltung an einem Freitag, Wochenend- oder Feiertag, ist Skepsis angebracht. Zumindest sollte man dann vertrauenswürdige Referenzen einholen. Angemessen ist ein Nettopreis von 400,- bis 700,- €.

DJ's mit zusätzlichen Publikumsspielen und oder Show, sollten bei o.g. Anforderungen nicht weniger als netto 350,- € (zzgl. Fahrt) aber auch nicht mehr als 500,- € kosten. Sparen lässt sich bei o.g. Anforderungen nur, wenn die Technik für Ton und Licht durch den Auftraggeber gestellt wird. Oder Sie haben kontinuierliche Veranstaltungen, in kürzeren Abständen als monatlich, an ein und denselben DJ zu vergeben.

Zumeist ist es so, dass man als DJ-Suchender bzw. Veranstalter und künftiger Auftraggeber mit DJ's oder Vermittlungsagenturen zunächst telefonisch in Kontakt tritt. Sparen Sie bitte nicht mit Informationen zur Art Ihrer Veranstaltung, Ort, Dauer, Personenzahl und Publikumsstruktur (Altersspanne und Anteil Frauen/Männer). Ganz wichtig ist für den DJ oder Vermittler der Anlass der Veranstaltung (Jubiläum, Hochzeit, Präsentation, Promotion usw.) Ob es sich um versierte DJ's oder Vermittler handelt, werden Sie schnell am Telefon erkennen. Sie hören die Stimme des DJ's (achten Sie auf den Klang, Wortwahl, Satzbau, Dialekt etc.) Bis auf den Stimmenklang und Dialekt sollte auch der Vermittler Ihren Anforderungen gewachsen sein. Bedenken Sie jedoch, dass bei Vermittlern/Agenturen auch gelegentlich berufsunerfahrene Praktikanten sitzen können. Oder Ihr Gegenüber ist erkältet. Lassen Sie Nachsicht walten und fragen Sie  sich im "Praktikantenfall" nach dem für die Vermittlung zuständigen Kollegen durch. Sie bemerken mit Sicherheit, ob Sie sich gut aufgehoben fühlen bzw. kompetent beraten werden. Kann Ihr Anliegen ausnamsweise einmal nicht sofort bearbeitet werden, werden Sie gebeten, Ihre Telefonnummer und Ihren Namen zu nennen, damit man Sie zurückrufen kann.

Bevor Sie sich festlegen, sollten auch all Ihre Fragen beantwortet sein. Fragen Sie lieber zweimal nach. Scheuen Sie sich bitte nicht, vor sogenannten "dummen Fragen". Ein professionell arbeitender DJ oder Vermittler wird stets zuvorkommend auskunftsbereit sein.

Ist es Ihnen möglich, den DJ oder Vermittler persönlich aufzusuchen, so vereinbaren Sie einen Termin. Der persönliche Eindruck ist immer der Beste. (Haben Sie bitte Verständnis dafür, wenn ein Vermittler einer Agentur, die sich wie der VARIA-Service z.B. mit vielen Vermittlungen von wöchentlich 10 bis zu 150 Künstlern beschäftigt, nicht zu Ihnen kommen kann, wenn es um die Vermittlung eines DJ's geht. Sie sind jedoch gern nach Absprache im Büro willkommen.)

Es ist in jedem Falle ratsam, einen Vertrag/Auftrag von beiden Vertragsparteien unterschrieben anzufertigen. Das ist meist die Aufgabe des DJ's, jedoch immer die eines Vermittlers. Lassen Sie sich diesen faxen oder per Post oder Mail schicken, wenn Sie sich nicht persönlich treffen.
Ist alles klar, erhalten Sie einen Vertrag oder ein Angebot, der oder das bis zu einem bestimmten Zeitpunkt unterschrieben beim Auftragnehmer wieder vorliegen muss. Es gilt übrigens die Faustregel, je schneller Sie ein Angebot oder einen Vertrag erhalten wollen, um so kürzer ist die Reservierungsdauer (auch Option genannt).

Selbst nach Erhalt des Angebotes können Sie, bei seriös arbeitenden Agenturen oder DJ's noch absagen. Entweder bequem in der Form, dass Sie das Angebot nicht zurücksenden oder aber einfach nett per telefonischer oder schriftlicher Absage. Eine kleine Begründung Ihrer Absage, wäre für den Service und die künftige Arbeitsweise einer Agentur oder eines DJ's sehr nützlich. Im Gegenzug ist es DJ's, Agenturen oder auch Künstlern nicht immer möglich, ihrerseits nachzufragen, wenn Optionen abgelaufen sind.



Meistens werden Sie jedoch kurz vor dem Ablauf der Reservierungsfrist benachrichtigt.
In Verträgen sollten mindestens folgende Punkte klar geregelt sein:

  • Leistung des DJ's (Dauer, Technik, Publikumsspiele etc.)
  • Gage/Aufwandsentschädigung inkl. Fahrt und Material
  • ggf. gesetzliche Mehrwertsteuer (z.Z. 19% Stand 2009)
  • ggf. besondere Vereinbarungen wie Stromanschlüsse, Platzbedarf, Catering (Versorgung des DJ's mit Speisen und Getränken), Parkplatz, Übernachtung, GEMA-Gebühren usw.


Wir hoffen Ihnen einige nützliche Tips zum Thema DJ's gegeben und Interessantes berichtet zu haben. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen auf Ihrer nächsten Veranstaltung. Vielleicht mit einem Künstler oder DJ des VARIA-Service. Sollten Sie Fragen oder Ideen - auch zu anderen Themen - haben, schicken Sie uns einfach eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

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